Renatus  Deckert ______________

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Ursula Richter

 

Victor Klemperer: Tagebuch

Seit einigen Jahren lese ich an Schulen aus Victor Klemperers Tagebüchern 1933 bis 1945, die 1995 unter dem Titel »Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten« im Aufbau Verlag erschienen sind.

In Zeiten wie diesen, in denen antisemitische Tendenzen in unserer Gesellschaft immer unverschämter um sich greifen, scheint mir das Thema brennend aktuell zu sein.
 


Wie erlebten die Zeitgenossen den Holocaust? Was konnten sie wissen, sehen, hören? Klemperers Tagebuch beantwortet solche Fragen, die von jeder Generation neu gestellt werden.

Victor Klemperer (1881-1960), der als Jude geborene, zwangsemeritierte Romanistik-Professor, löste mit seinen täglichen Notizen eine selbstgesetzte Chronistenpflicht ein: Er wollte der Geschichtsschreiber der Katastrophe sein und Zeugnis ablegen für die Zeit danach.

Tag für Tag hielt er im »Judenhaus« in Dresden fest, was er beobachtete und erlebte: den täglichen Terror mit Razzien, ständig neuen Verboten und Schikanen, gelegentlich auch Gesten der Solidarität. Und er schrieb auf, was ihm zugetragen wurde: Gerüchte, politische Witze, Berichte von Frontsoldaten.

Sein minutiöser Bericht ist ein einmaliges Dokument über den Alltag der Judenverfolgung mitten in einer deutschen Großstadt.

 

Stimmen zur Lesung: 

»Das Interesse der Schüler war an der Stille im Raum und den zahlreichen Fragen zu merken. Ich kann diese Art der Veranstaltung nur weiterempfehlen!«

»Die genauen, konkreten Einblicke in den Alltag eines individuellen, im Nationalsozialismus drangsalierten und verfolgten Menschen machten einen großen Eindruck auf unsere Schüler/innen.«

»Die Schülerinnen und Schüler aus dem Beruflichen Gymnasium und der Fachoberschule Wirtschaft lauschten gebannt einer Lesung über das Leben und Sterben der jüdischen Mitbürger in Nazi-Deutschland von 1933-1945.«

»Renatus Deckert faßte in seiner Lesung sehr treffend die eindringlichsten Stellen der Tagebücher zusammen und brachte das Auditorium dabei merklich zum Nachdenken.«